Tiergesundheit und Spermaqualität die Erfolgsfaktoren der Eberstation Steinhaus

EU-Anerkennung

Das Gesundheitsprogramm der Besamungsstation Steinhaus wird gemäß den Richtlinien der europäischen Union (Richtlinie 90/429/EWG) entsprechend streng umgesetzt, um die Produktion von Sperma höchster Qualität gewährleisten zu können.
Zugekaufte Jungeber müssen aus Betrieben stammen, die frei von Brucellose und frei von klinischen Anzeichen der Aujeszkyschen Krankheit (AK) sind. Vor der Eingliederung in die Besamungsstation werden alle Eber mindestens für einen Zeitraum von 30 Tagen in entsprechenden Quarantänestationen isoliert gehalten. Hier müssen alle Tiere zunächst serologisch auf Brucellose, AK und Schweinepest untersucht werden.

Quarantäne

Nach Erhalt der Untersuchungsergebnisse beginnt schließlich die 30-tägige Quarantänedauer. In den letzten 15 Tagen dieser Isolierungsphase erfolgt neuerlich die Untersuchung auf Brucellose und AK. Zusätzlich werden die Eber zwecks interner Qualitätssicherung auf Leptospirose untersucht. Um die Räudefreiheit an der Station zu sichern werden die Eber in der Quarantäne einer 21-tägigen Ivermectinbehandlung unterzogen.

PRRS Freiheit

Da für die Eberstation Steinhaus der wertvolle Status „PRRS negativ“ gilt, werden sämtliche Zukaufseber im Rahmen der 2-maligen serologischen Untersuchung zusätzlich auf eine PRRSV Infektion geprüft. Sämtliche Zukaufbetriebe des SZV werden im Rahmen des Screeningprogramms des Tiergesundheitsdienstes regelmäßig (mind. 3x pro Jahr ) untersucht. Nur von PRRS negativen Betrieben wird zugekauft.

Untersuchungen

Neben diesen Quarantäneuntersuchungen und den regelmäßigen klinischen Untersuchungen werden monatlich Blutproben von einem Teil der Eber an der Station gezogen. So wird jeder Eber mindestens einmal pro Jahr auf Brucellose, AK, Schweinepest und PRRS untersucht. Zusätzlich wird jeder Eber, der die Besamungsstation verlässt, auf die genannten Krankheiten getestet.
Mit diesen umfangreichen Untersuchungsmaßnahmen wird ein größtmögliches Maß an Sicherheit gewährleistet, um den hohen Gesundheitsstatus der Eberstation Steinhaus aufrechtzuerhalten.

Biosecurity

Die Aufrechterhaltung eines optimalen Gesundheitsstatus gelingt nur durch Einhaltung einer strengen Betriebshygiene (Biosecurity). Das Betreten der Stallung erfolgt ausnahmslos über eine Hygieneschleuse. Ein Wechsel der Kleidung sowie das Duschen vor Betreten der Anlage sind obligatorisch. Fahrzeuge, welche das Betriebsgelände befahren, werden über eine Desinfektionswanne geschleust.
Futter wird über lange Schläuche in die vorgesehenen Vorratsbehälter von außen eingeblasen. Das Stroh für die Eber wird streng kontrolliert und von viehlosen Betrieben bezogen. Die günstige Lage der Station mit einer Abschirmung durch den angrenzenden Wald ist ebenfalls von Vorteil. Diese Sicherheitsmaßnahmen sind die bestmögliche Vorbeugung zur Absicherung des hohen Gesundheitsstatus an der Station.

Spermaqualität

Grundlage für eine gute Spermaqualität ist eine genaue Qualitätsanalyse jedes Ejakulates nach der Gewinnung. Vor der Abfüllung muss entschieden werden, ob das Ejakulat überhaupt für eine Weiterverarbeitung geeignet ist. Nach der Erstuntersuchung wo die Beschaffenheit, Farbe und Verschmutzungen wie Blut- oder Eiterbeimengungen überprüft werden fällt die erste Entscheidung unter dem Mikroskop.

Computeranalyse

Mit Hilfe des computergestützten Videosystems „Spermvision“ wird dem Tierarzt eine objektive Entscheidungshilfe bei der Erfassung der Spermienbeweglichkeit gegeben. Da das Volumen der Analysekammer genau definiert ist, kann im ersten Schritt die Spermienkonzentration exakt erfasst werden. Gleichzeitig wird der zweite wichtige Parameter der Spermienqualität die Beweglichkeit (Motilität) erfasst. Eine hochauflösende digitale Videokamera nimmt an 8 verschiedenen Messpunkten der Samenprobe die Bewegungen der Spermien auf. Dabei unterscheidet die Software zwischen 4 verschiedenen Kategorien von Spermien: die vorwärtsbeweglichen, die ortsbeweglichen, die hyperaktiven und die inaktiven. Aus den verschiedenen Messergebnissen in den jeweiligen Kategorien errechnet der Computer die durchschnittliche Motilität der Spermien. Der große Vorteil von „Spermvision“ liegt in der Objektivität der Messmethode. Durch die mehrmalige Wiederholung der Messung an verschiedenen Punkten ist eine gute Aussagekraft über die tatsächliche Motilität gegeben.

Spermaverarbeitung

Die bestimmenden Faktoren für die Spermaverdünnung sind das Volumen, die Dichte und die Motilität des Ejakulates. Diese drei Werte werden objektiv erhoben und von der EDV übernommen. Unter Berücksichtigung von 2 Mrd. vorwärtsbeweglichen Spermien, die je Tube abgefüllt werden, wird die mögliche Portionsanzahl berechnet. Die vollautomatische Abfüllanlage ermöglicht ein exaktes und hygienisches Abfüllen, Verschweißen und Kennzeichnen der Tuben. Von allen verarbeiteten Ejakulaten werden Halteproben hergestellt. Als Grenzwert für den Haltetest wurde ein Limit von 50 % vorwärtsbeweglichen Samenzellen festgesetzt.
Ziel ist es mit dem Einsatz modernster Technik die Objektivität und Transparenz zu verbessern und gleichzeitig eine gesicherte Spermaqualität zu liefern,  und damit das Kundenvertrauen weiter zu stärken.

Dr. Alfred Griessler
Tierärztlicher Leiter der Besamungsstation Steinhaus
Traunkreis Vet Clinic