SZV macht mit: Internationale Offensive für bessere Spermaqualität
Zuverlässige Spermaqualität sichert den Befruchtungserfolg in der künstlichen Besamung. Um diese Qualität abzusichern und extern zu kontrollieren, hat sich die Besamungsstation Steinhaus einer internationalen Qualitätsoffensive im Rahmen des Fördervereins Biotechnologieforschung (FBF) angeschlossen.
Praxisnahe Forschung im FBF
Der Förderverein Biotechnologieforschung (FBF) ist eine überregionale Initiative des Zentralverbandes der deutschen Schweine-(ZDS) und Rinderproduktion (ADR). Ziel ist es praxisnahe Forschungsarbeit im Bereich Reproduktion und Genomanalyse gemeinsam zu finanzieren.
Im Rahmen des FBF Reproduktion Schwein sind insgesamt 20 Besamungsstationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Mitglied. Praxisnahe Anleitungen zum Besamungsmanagement sowie neue Verfahren zur besseren Beurteilung der Spermaqualität sind Beispiele aus Ergebnissen der gemeinsamen Forschungsprojekte.
Einheitliche Standards als Ziel
Die künstliche Besamung nimmt eine zentrale Rolle in der erfolgreichen Ferkelproduktion ein. Neben hochwertiger Genetik ist beste Spermaqualität für den Erfolg entscheidend. Außer bei den Hygienevorschriften gibt es keine international genormten Standards für die Spermaproduktion. Die im FBF arbeitenden Besamungsstationen haben sich im Rahmen der Jahrestagung im Oktober 2008 zu einheitlichen Qualitätsstandards mit externer Kontrolle verpflichtet.
Handbuch für Qualitätssicherung
Um die Qualitätsstandard zu definieren wurde für alle Abläufe an der Besamungsstation angefangen von der Eberhaltung über die Spermagewinnung und –aufbereitung bis zum Verkauf ein Handbuch zur Qualitätssicherung entwickelt. Derzeit wird von den Forschungsinstituten an einem neuen Qualitätsindex gearbeitet, wo die verschiedenen Parameter der Spermabeurteilung einfließen.
Externe Kontrolle
Ein wesentliches Element der Qualitätssicherung ist die externe Kontrolle. Diese wird von Experten der Referenzlabors der Tierärztlichen Hochschule Hannover und des Instituts für Fortpflanzung der Nutztiere in Schönow durchgeführt. Zur Anwendung kommt ein modernes Methodenspektrum, welches aus der langjährigen Forschungskooperation der Referenzlabors mit den KB Stationen im FBF entwickelt wurde. Anhand von Zufallsstichproben aus dem normalen Produktionsprozess werden spermatologische Untersuchungen durchgeführt. Die Ergebnisse werden über die Jahre hinweg und mit anderen Stationen verglichen. Zusätzlich werden Analysen des Arbeitsablaufs und der Hygiene des Stationsbetriebes gemacht. Dadurch wird „Betriebsblindheit“ vermieden und die Verarbeitungsprozesse laufend optimiert.
Beratung und Schulung
Auch die Beratung der zuständigen Stationstierärzte sowie die Schulung des Laborpersonals ist Teil der Qualitätssicherung. Der enge Kontakt von Wissenschaft und Praxis ermöglicht Qualitätsarbeit nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Nutzen für die Praxis
Die Mitglieder FBF finanzieren nicht nur praxisnahe Forschung sondern haben sich mit der jüngsten Qualitätsoffensive auch gemeinsame Produktionsstandards gegeben. Regelmäßige Vergleichstests und externe Kontrollen sind wesentliche Elemente dieser Offensive. Damit wird die Sicherheit in der Fruchtbarkeitsbeurteilung der Eber ebenso wie die Sicherheit der Arbeitsprozesse an den Besamungsstationen gesteigert. Schlussendlich bedeutet dies für den Landwirt eine weitere Optimierung der Bedingungen für den Besamungserfolg.
Dr. Peter Knapp
SZV und Besamung OÖ
