Internationale Tagung für Qualität und Innovation in der Schweinebesamung in Kremsmünster

Der Schweinezuchtverband Oberösterreich war Gastgeber der internationalen Jahrestagung des Fördervereins Bioökonomieforschung (FBF) in Kremsmünster. Der FBF ist ein Forschungsverbund von Besamungsstationen und Zuchtorganisationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit dem Ziel einheitliche und fundierte Qualitätsstandards in der Besamung zu setzen und praxisnahe Forschung zu unterstützen.

Die Besamungsstationen im FBF nehmen an einem regelmäßigen Qualitätsmonitoring teil, welches von den der Tierärztlichen Hochschule Hannover und vom Institut für Fortpflanzungsmedizin in Berlin-Schönow durchgeführt wird. Die Ergebnisse der letzten Jahre zeigen ein im internationalen Vergleich sehr hohes Qualitätsniveau hinsichtlich Hygiene, Befruchtungsfähigkeit und Haltbarkeit des Spermas. In den aktuellen Projekten werden der Einfluss der verschiedenen Abkühlverfahren bei der Spermaverarbeitung sowie die Temperatur- und Erschütterungseinflüsse während des Transports untersucht. Die optimale Lagertemperatur von Frischsperma ist 17°C. Die Ergebnisse aus dem „Thermostresstest“ zeigen, dass kurzfristige Temperaturschwankungen (bis 6h) von 10-30°C keine negative Beeinträchtigung der Spermaqualität bewirken.

In einem längerfristigen Grundlagenprojekt wird nach alternativen Möglichkeiten zum derzeit notwendigen Einsatz von Antibiotika im Verdünner gesucht. Da eine keimfreie Spermagewinnung in der Praxis nicht möglich ist, muss die Vermehrung der Keime unterbunden werden, um die Haltbarkeit des Spermas zu gewährleisten.

In einem Tagungsschwerpunkt standen die bevorstehenden Innovationen in der Schweinzucht im Mittelpunkt. Während die genomischen Informationen in modernen Zuchtprogrammen bereits genutzt werden, steht mit Gene Editing ein neues Verfahren zur Verfügung, wo bestimmte Merkmale und Eigenschaften von Tieren und Pflanzen noch gezielter bearbeitet werden könnten. Die Auswirkungen auf die praktische Zuchtarbeit sind noch nicht absehbar. Wichtig ist eine sachliche Diskussion und eigene Forschungsaktivitäten dazu, um in Europa nicht den Anschluss zu verlieren.

Die österreichischen Forschungsaktivitäten wurden von Dr. Konrad Blaas zum Projekt „Pro Sau“ sowie zum Zuchtprojekt „Optizucht – Gute Mutter Vitale Ferkel“ von Dr. Christina Pfeiffer dargestellt. VÖS Geschäftsführerin Maria Strassmayer zeigte die österreichischen Regelungen zum Thema Ferkelkastration, wo im Gegensatz zu Deutschland ein praxistauglicher Weg gefunden wurde.

SZV Geschäftsführer Dr. Peter Knapp ist selbst Mitglied im Vorstand des FBF und zeigt sich mit der Zusammenarbeit zufrieden: „Durch die langjährige Mitgliedschaft im FBF ist es uns im Schweinezuchtverband gelungen internationale Qualitätsstandards einzuführen und Innovationen aus dem Bereich Reproduktionsforschung und Genomik bei uns umzusetzen.“

 

Autor:

Dr. Peter Knapp